Geschützt: What crisis?

•1. Juni 2011 • Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Geschützt: Das hat die Welt noch nicht gesehen…

•26. Mai 2011 • Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Geschützt: In memoriam

•9. Mai 2011 • Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Geschützt: Sliwowitz mit dem Teufel

•29. Dezember 2010 • Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Geschützt: Höhlengereifte Kulanz

•13. Dezember 2010 • Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Geschützt: Narren und Prediger

•9. Dezember 2010 • Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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So en Seich!

•8. Dezember 2010 • 3 Kommentare

Messi spielte schnell noch einen letzten Pass. Ein Pfiff erlöste uns von dem Geschehen. Der Moderator resümierte etwas, das wir nicht gesehen. Das Spiel war so wie immer. Blass. Zunächst dachten wir, der Moderator Dani Wyler hätte einen gar guten Tag eingezogen. Bis wir erkannten: Es war Beni Thurnheer.

Wir schickten uns dort hinein, wo wir uns immer schicken. Doch wir werden nicht müde und betonen weiterhin, wie langweilig der Fussball sein kann, davor auch grosse Namen nicht schützen. Man könnte es ganz profan «Markengeilheit» nennen, wenn ständig Spiele von Barcelona gezeigt werden. Warum nicht Bremen gegen Inter? Die einzigen, die noch nicht erkannt haben, wie sich dieser Fussballhochglanzjournalismus selber auf der Müllkippe der Unterhaltungsindustrie entsorgt, sind diejenigen, die mit viel Aufwand etwas inszenieren möchten, das es nicht gibt.

Und als uns dieser Pfiff vom Gesehenen erlöst hatte, wollten wir – aber wirklich nur ganz kurz – bei Christine Meier vorbeischauen. Kurz deshalb, weil wir allein an ihrem Mienenspiel das Thema der Diskussionsrunde ablesen können. Werden die Themen meist gut geteasert (der Anglizismus wurde dem Stabreim geschuldet) von einem Germanisten hinter den Kulissen («Interkultureller Kollaps oder Kollektivschuld – Schweiz, wie weiter?») so entbehrt die Sendung, die sich auch nach zwanzig Jahren Banalitäten verschwörerisch «Club» nennt, nicht einer gewissen Redundanz.

Das zeigte sich auch an der Zusammensetzung der gestrigen Runde: Man mische etwas Politprominenz mit zwei Gegenpolen. Für einmal dachten sich die Macher aber einen richtigen Knaller aus! Die Runde wurde in eine Turnhalle verfrachtet und alles roch ein wenig nach Donnschtig-Jass, auch die Argumente von hüben wie drüben. (Demonstrativ wurde das Volk eingebunden. Es durfte auch etwas sagen).

Was als Diskussion über politische Rhetorik in Zeiten der Krise angekündigt wurde, kam – wen wundert’s – nicht über die These hinaus und artete bald in ein peinliches Spiel aus. Wie allseits bekannt, sagte der Oberländer Polteri Amstutz Ädu dem Chönitzer Meitschi Sommaruga Sime in der Sendung «Arena» in schönstem Dialekt: «Der verzéuet ei Seich am angere a.» So what?

Richard Gere, der Hollywood-Amstutz, schaut dem Polit-Babe Pascale Bruderer in die Augen

In den späten Siebziger Jahren nötigte uns unsere Primalschultante an einem Nachmittag zu einem Spaziergang. Mussten wir schon nicht die Schulbank drücken, erzählten wir wild und fröhlich durcheinander, wobei wir berichteten, wir hätten mit dem Bruder «Seich gmacht». Oh, da konnte die Tante aber so Böse gucken, als hätten wir sie persönlich angepisst. So etwas sagt man nicht. Warum, entzog sich unserer Kenntnis. Schliesslich hatten wir tatsächlich «Seich gmacht». Schwamm drüber.

Um es kurz zu machen: Die als politische Rhetorik camouflierte Sendung war einzig dafür da, dem Amstutz Ädu de Gang iéztue, und er soll nun endlich gestehen, dass man so etwas nicht sagt. Pascale Bruderer, die z Aarau in der Migros übrigens das gleiche Gesicht macht wie während der Sendung, mimte die Entsetzte. Wir nahmen einen Schluck von unserem Pfefferminztee aus vermutlich illegal importierter Minze aus Marokko.

Als Amstutz Ädu nicht einknicken wollte, wurde er vom sorgfältig ausgesuchten Publikum niedergebuht. So stellen wir uns Schauprozesse vor. Freisler gegen Sophie Scholl. Oder 1977. Bei Vaclav Havel. Und das Ganze auf einem staatlich Sender, wo nur der Hofnarr Viktor im Schutze seiner Immunität alles sagen darf. Die implizite Frage der Sendung, ob die politische Kultur verludere, wurde damit demonstrativ bejaht (Beni Thurnheer hätte während dem Spiel Barça vs. Kasan so etwas als dummes Eigentor bezeichnet). Als freie Bürger nahmen wir die Verantwortung war und schützen uns selber vor zuviel Dummheit und schalteten zur sehr schönen Steffi Buchli. Gefühlte achtzehn Partien Eishockey standen auf dem Programm. Wir dachten noch rasch «So en Seich!». Und schalteten aus.

P.S. Eine Mehrheit der Deutschschweizer, sogar und insbesondere die, die zwei Mal nein gestimmt haben, entblössen ihre indigene Xenophobie jeweils im Gebrauch (oder vielmehr: Nichtgebrauch) der deutschen Hochsprache und fordern eine Förderung der Mundart. So dumm die Forderung, in ihrer Entsprechung jedoch auf Augenhöhe der Forderer, so nötig: Mit etwas mehr Mundartkompetenz hätte man sich die gesamte Sendung sparen können. «Seich», schw.dt.; fam. meint nichts weiter als hdt. «Dummheit».

P.P.S. Hier noch ein unzensurierter Beitrag über die Verluderung der politischen Kultur aus unserem nördlichen Nachbarland. Nimmt man den Bildungsstand des gestern während der Sendung in der Turnhalle anwesenden Plebs zum Massstab, müssen wir davon ausgehen, dass weder die im Bilde sichtbaren Protagonisten Brandt und Kohl erkannt werden, noch die erwähnten Goebbels und Geissler bekannt sind. Nunquam sapiunt stulti, nisi in angustiis.